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Seltenen Pflanzen auf der Spur
(Mägdeberg Juni 2008)

Maegdeberg 2008

Es ist jedes Mal wieder spannend: Eine botanische Führung mit dem Umweltbeauftragten der Gemeinde Gottmadingen, Eberhard Koch, der wie kein anderer die Standorte seltener Pflanzen im Hegau kennt. So auch beim Streifzug um den Mägdeberg, zu dem der BUND Engen/Mühlhausen-Ehingen eingeladen hatte. Die 20 Teilnehmer bekamen dabei einen Einblick in drei dicht beieinander liegende Lebensräume, die ihrer Einzigartigkeit wegen auch als FFH-Gebiete in das europäische Naturschutznetz aufgenommen worden sind. Zum Aufstieg zu Burgruine hin dominiert die typische Felsvegetation mit weißem Mauerpfeffer, rosablühendem Berglauch und dem seltenen "Siebenbürger Perlgras", das vor etwa 7000 Jahren aus Ungarn eingewandert sein muss. Im Regenschatten des Schwarzwaldes hat es sich als Steppenpflanze an den Felshängen im Hegau halten können. Auch der "Bleiche Schöterich", wegen seiner Wirkung volkstümlich "Gänsesterben" genannt, ist in Baden-Württemberg nur noch an zwei weiteren Stellen zu finden. Nur noch an den Hegaufelsen kommt das "Graue Fingerkraut " vor. Nach dem ehemaligen Kräutergarten mit der von Kreuzrittern in grauen Vorzeiten als Heilpflanze eingeführten Osterluzei, dem bereits verblühten Türkenbund und dem "Pontinischen Beifuss" begann der steile Abstieg zum Fuß der beliebten Mägdeberger Kletterwand. Dort erklärte Eberhard Koch den Führungs-teilnehmern, warum der dortige Baumbestand als weiterer Lebensraum besonders schützenwert ist: In den Berg- und Schluchtwäldern ist nicht die in unseren Laubwäldern dominierende Buche sondern neben der Winterlinde und der Bergulme auch der Spitzahorn heimisch.
Einen ganz anderen Lebensraum stellte Eberhard Koch anschließend am Südhang des benachbarten Offerenbühls vor, dessen Unterschutzstellung der örtliche Gemeinderat Anfang der neunziger Jahre noch in einer Trotzreaktion mehrheitlich abgelehnt hatte. Der dortige Kalk-Trockenrasen steht aber nun als Nische für äußerst seltene Pflanzen als FFH-Gebiet zu Recht unter Schutz. Neben großem Ehrenpreis, den Karthäuser Nelken, sowie dem Labkraut und dem Nelken-Sommerwurz als seinen Schmarotzer, machte es vor allem Mühe, ein Exemplar der äußerst raren "Zottigen Fahnenwicke" zu finden. Durch eine Ziegenbeweidung des Offerenbühls hofft der Naturschutz, ihren Bestand zukünftig zu sichern.

Reinhard Ebeling / BUND Mühlhausen-Ehingen