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Bleischrot am Dornsberg
Südkurier 31.08.2004:
Schwere Zukunft für Dornsberg
Verbot von Bleimunition macht weitere Wettbewerbe auf dem Jagdparcours
ungewiss
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Am letzten Wochenende wurde auf dem Dornsberg noch der Deutsche
Meister gesucht. Zukünftig wird es so etwas nicht mehr
geben. Bild: Markus Auer
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Eigeltingen (mau) Bisher wurden mehre Deutsche-, zwei Europa-
und sogar eine Weltmeisterschaft im Jagdparcoursschießen
auf dem Flintenparcours Dornsberg ausgetragen. Am vergangenen Wochenende
erst die Internationale offene Deutschen Meisterschaft. Aber: "Nicht
einmal eine Deutsche Meisterschaft wird es hier noch geben",
bedauert der Vize Präsident des Deutschen Verband für
Jagdparcoursschießen Hanjo Wimmeroth am vergangenen Wochenende
auf dem Dornsberg im Gespräch mit dem SÜDKURIER.
Grund ist ein Landeserlass, der ab 2005 das Benutzen von Bleischrot
auf Schießständen untersagt. "Im Rahmen des bundesweiten
Bodenschutzgesetzes setzt die Landesregierung geltendes Recht um",
sagt Harald Notter vom Umweltministerium in Stuttgart, das Schwermetall
Blei stelle ein Gefährdungspotential für Böden und
Grundwasser dar. Die alternative Munition besteht aus leichterem
Eisen.
Doch Eisenschrot birgt für den Schützen Nachteile, wie
Wimmeroth erläutert. "Eisenschrot stellt im Vergleich
zu bleihaltiger Munition ein Sicherheitsrisiko dar. Wenn das weiche
Blei auf Widerstände trifft, drückt es sich platt und
fällt zu Boden. Eisenschrot hingegen prallt ab und wird dadurch
unberechenbar. Zudem verkürzt es die Lebensdauer eines Gewehres",
argumentiert Wimmeroth. Bei nationalen oder internationalen Wettbewerben
wird ausschließlich mit Bleischrot geschossen.
"Auf dem Dornsberg werden für lange Zeit keine solchen
Meisterschaften mehr ausgetragen", kündigt Hanjo Wimmeroth
an. Dies sei überaus bedauerlich, da die Anlage bei Schützen
aus aller Welt beliebt sei.
Er sieht einen Rückschlag für die Region. "Die
Schützen übernachten, gehen Essen, kaufen ein und tanken
ihre Fahrzeuge hier. Und das nicht nur im Zeitraum eines Wettbewerbs
sondern auch während des Jahres, wenn sie trainieren",
erläutert Hanjo Wimmeroth.
Martin Oesterreich vom Flintenparcours Dornsberg erklärt
auf Nachfrage des SÜDKURIER, dass die Anlage für den
Gebrauch von Eisenschrot verändert werden müsse. "Wegen
des Rückpralls müssen Stationen, bei denen die Möglichkeit
besteht, dass Steine oder Bäume getroffen werden verändert
werden." Er vermutet, dass der Umsatz der Anlage zurückgehen
wird. Oesterreich weist aber darauf hin, dass in den vergangenen
Jahren gute Eisenschrote entwickelt wurden und daher die Abneigung
vieler Schützen weitgehend unbegründet sei.
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