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Engen-Mühlhausen-Ehingen

 
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BUND-Deutschland

KLAR (e.V.)

Stadt Engen

Mühlhausen-Ehingen

Mit Revierförster Thomas Hertrich durch das Ertenhag bei Welschingen (September 2004)

In sechs „Waldbildern“ und anhand von speziell ausgearbeitetem Informationsmaterial für jeden Teilnehmer erläuterte Revierförster Thomas Hertrich (2. von rechts) die Forstwirtschaft im Welschinger Naherholungsgebiet „Ertenhag“ und wie er trotz schwieriger Verhältnisse in den Jahren 2002 und 2003 dem Haupteigentümer, der Stadt Engen, immer noch einen Gewinn melden konnte.

„Fichten gehören eigentlich nicht an diesen Standort“ erklärte Revierförster Thomas Hertrich den Teilnehmern einer Begehung des „Ertenhag“ bei Welschingen, zu der die BUND-Gruppen Engen und Mühlhausen-Ehingen eingeladen hatten. In sechs „Waldbildern“ führte Hertrich die Forstwirtschaft in dem zu 52 Prozent aus Nadelhölzern bestehenden Waldgebiet vor. Dass die eigentlich im Gebirge beheimateten Fichten dennoch, wenn auch mit rückläufiger Tendenz, nachgezogen werden, hat rein wirtschaftliche Gründe. Sie haben einfach einen stärkeren jährlichen Zuwachs als die standortgemäßeren Laubgehölze. „Sollte jedoch die Klima-erwärmung auch nur um 2-3 Grad zunehmen ist die Fichte hier weg“, ist Hertrich überzeugt.

Zur Problematik eines möglichen Kiesabbaus im Ertenhag wollte sich Hertrich nicht äußern. „Ein Förster, der nicht für den Wald ist, hat seinen Beruf verfehlt“ war sein einziger Kommentar. Der ehemalige Ortsvorsteher und Vorsitzende der Bürgerinitiative Ertenhag, Wunibald Wikenhauser, berichtete jedoch, dass das Ertenhag in diesem Jahr als „Sicherungsbereich“ in den Teilregionalplan „Oberflächennahe Rohstoffe“ aufgenommen wurde. Damit bestehe vorerst allerdings keine akute Gefahr für das Ertenhag. Eine solche habe jedoch nach Aussage von Fachleuten in den 90er Jahren, als die direkt gegenüber liegende Kiesgrube beim Binninger See geschlossen werden musste, durchaus bestanden. „Wären die Widerstände durch die Bürgerinitiative Ertenhag, den Schwarzwaldverein und den BUND damals nicht so massiv gewesen, würde heute hier Kies abgebaut werden“ ist Wikenhauser überzeugt und ermahnte vor allem die jungen Leute weiter zur Wachsamkeit.

Die Tatsache, dass in einigen vergangenen Jahren mehr als der Planansatz von 1000 Festmetern pro Jahr eingeschlagen wurde, hat nichts mit der Vorbereitung auf einen Kiesabbau zu tun, beruhigte Hertrich. Hier haben Borkenkäfer und die Stürme der letzten Jahre ihren Tribut gefordert. Die Holzwirtschaft wird auch im Ertenhag mit modernen Vollerntern durchgeführt, für die alle 20 Meter eine Rückegasse angelegt werden muss. Die ökologisch verträglicheren Rückepferde würde Hertrich jederzeit einsetzen, wenn sie kostenmäßig konkurrieren könnten. Auch Pferde arbeiteten aber nicht ohne Schäden und könnten eigentlich nur bei Schwachholz eingesetzt werden, erklärte er.

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung genießt das Ertenhag mit seinem bis zu 150 Jahre alten Baumbestand für die Bevölkerung im oberen Hegau auch einen hohen Erholungswert. Dieser kann langfristig nur erhalten werden, wenn sich der Wald für die Besitzer wirtschaftlich rechnet. Politische Gedankenspiele, die einen „Waldpfennig“ für alle Waldbenutzer fordern, machen deutlich, dass Wald sich allein immer weniger trägt. Wenn dennoch immer wieder ein Gewinn erwirtschaftet wird, so ist das vor allem engagierten Forstleuten wie Thomas Hertrich zu verdanken.