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Engen-Mühlhausen-Ehingen

 
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BUND-Deutschland

KLAR (e.V.)

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Mühlhausen-Ehingen

Kein Kiesabbau im Ertenhag
Presseinformation der Bürgerinitiative Ertenhag vom 07.12.2003:

Neue Sorge ums Ertenhag

Besorgte Mienen kann man derzeit im Engener Teilort Welschingen beobachten. Grund ist die zur Zeit laufende Aufstellung des Teilregionalplanes „oberflächennahe Rohstoffe“ durch den Regionalverband Hochrhein Bodensee. Darin wird ein großer Teil des „Ertenhag“ bei Welschingen als Rohstoffsicherungsbereich ausgewiesen. Damit sind alle Aktivitäten in dem Gebiet, die einem möglichen Kiesabbau zuwiderlaufen, unzulässig.

Bereits im Jahre 1991 haben sich über 600 Bürger aus Welschingen, Weiterdingen und den umliegenden Gemeinden bei einer Bürgerversammlung gegen jeglichen Kiesabbau im Ertenhag gewandt und die Bürgerinitiative „Ertenhag“ gegründet. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass durch den Abbau des Ertenhag nicht nur ein landschaftsprägendes Element und wichtiges Naherholungsgebiet im Landschaftsschutzgebiet „Hegau“ unwiederbringlich zerstört wird, sondern dass damit auch der für Welschingen und die umliegenden Gemeinden unverzichtbare Westwindschutz entfällt. „Wir sind überzeugt, dass sich die Lebensqualität in unserer Gemeinde dadurch dramatisch verschlechtern würde“ gibt der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Wunibald Wikenhauser aus Welschingen besorgt zu bedenken.


Wir ein mächtiger Schutzwall liegt der bewaldete Höhenrücken des Ertenhag im Westen von Welschingen. Wird das beliebte Naherholungsgebiet dem Kiesabbau geopfert?
(Bild: BUND Engen)

Erhebliche Bedenken gegen die Ausweisung dieses Sicherungsbereiches kommen jedoch auch von anderer Seite. Die Forstdirektion Freiburg verweist darauf, dass es angesichts der Waldstrukturdefizite im Landkreis Konstanz und im Sinne einer flächenschonenden Ressourcenbewirtschaftung aus forstlicher Sicht nicht angebracht erscheint, diesen Bereich überhaupt zu erschließen. Der Naturschutzbund Deutschland lehnt das Vorhaben ebenfalls ab und begründet dies mit der schützenswerten Flora am West- und Südrand des Gebietes.
Die BUND-Gruppen Engen und Mühlhausen Ehingen befürchten eine massive Beeinträchtigung des unmittelbar angrenzenden Naturschutzgebietes „Binninger Ried“ und verweisen außerdem darauf, dass ein Tiefbrunnen am Südrand des Ertenhag für die Trinkwasserversorgung der Stadt Tengen genutzt wird. Ein Kiesabbau aber könnte erhebliche wasserwirtschaftliche Probleme verursachen. Ein Antrag der Bürgerinitiative auf Aufnahme des Ertenhag in die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union zu schützenden Gebiete hatte bisher leider keinen Erfolg.

Die Bürgerinitiative hat in einem Schreiben an die Bürgermeister Moser aus Engen, Lehmann aus Mühlhausen-Ehingen und Moser aus Hilzingen sowie an Landrat Hämmerle - alles Mitglieder des Planungsausschusses - appelliert, einer Ausweisung des Ertenhags als Sicherungsbereich nicht zuzustimmen. Die Antwort aus Engen war für die Bürerinitiative alles andere als beruhigend. Bürgermeister Moser verweist lediglich darauf, dass mit einem Abbau erst in „ferner Zukunft“ zu rechnen sei und dass das Ertenhag als „Sparkässle“ für künftige Generationen gesichert bleiben soll. Deutlicher wird der Regionalverband in einem Schreiben an die Bürgerinitiative, in dem er betont, dass das Ertenhag „eines der wenigen grossflächigen Rohstoffvorkommen“ sei, das im Landkreis Konstanz für die langfristige Rohstoffsicherung in Frage kommt. Da ist es nur ein schwacher Trost für die betroffenen Bürger, wenn Bürgermeister Moser der Bürgerinitiative bescheinigt, dass ihre Bedenken im neuen Entwurf berücksichtigt seien und gegenüber der alten Planung nun nur noch der südwestliche Teilbereich Richtung Binninger See als Sicherungsbereich aufgenommen werden soll. Die Ausweisung eines Sicherungsgebietes allein gibt allerdings noch keinen Anspruch auf Abbau. Es wird nun mehr den je von der Entscheidung des Grundstückseigentümers, also der Stadt Engen und ihrer Gemeideräte abhängen, ob das Ertenhag nach dem Hohenstoffeln zu einer zweiten Bergbauwunde in der Hegaulandschaft wird.