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Ferienprogramm 2008 in Mühlhausen-Ehingen
Dem Leben im "Schwefelgraben" auf der Spur


21 Kinder wollten auch in diesem Jahr wissen, was in unseren Bächen so lebt. Und dafür ist das Ökomobil mit seinen passenden, naturkundlichen Arbeitsplätzen ideal.

Ökomobil 2008

Großes Interesse erregte die etwa 12 cm lange Groppe, die die Kinder im Mühlhauser "Schwefelgraben" gefangen hatten. Klaus Goldmann vom Ökomobil gibt die entsprechenden Erläuterungen dazu.

Dem Wunsch der örtlichen BUND-Gruppe entsprechend, war dieses extra wieder aus Freiburg für das Kinder-Ferienprogramm zum Spielplatz im Mühlhauser Neubaugebiet "Ried" gekommen. Fachmännischer Anleitung erhielten die kleinen Naturforscher durch die Ökomobil-Besatzung, dem Biologen Klaus Goldmann und Wilfried Kramer. Ihnen gelang es mühelos, die 6-11-jährigen Kinder drei Stunden zu fesseln. Nach Auftakt mit einem "Hör"-Spiel, bei dem es galt, sich zu sammeln und schweigend mit geschlossenen Augen auf alle Umgebungsgeräusche zu lauschen, begann bei idealem Sommerwetter der spannende Teil: Mit Köchern bewaffnet galt es, im "Schwefelgraben" alles, "was im Wasser kreucht und fleucht" zu sammeln. Diese Funde wurden anschließend unter den Binokularen im Ökomobil bei starker Vergrößerung betrachtet und bestimmt. Die interessantesten Funde konnten dann auf einem Bildschirm nochmals gemeinsam besprochen werden. Gefunden wurden vor allem Insektenlarven. Für diese ist das Wasser unserer Bäche ein idealer Lebensraum, um später etwa als Libelle, Steinfliege, Eintagsfliege oder Köcherfliege für mehr oder weniger kurze Zeit herumzuschwirren und den Lebenskreislauf fortzusetzen. Aber auch Schwimmkäfer und kleine Krebse wurden von den Kindern selbstständig identifiziert. Auch eine der seltenen Groppen, ein Grundfische der von den Insektenlarven lebt und geschützt ist, wurde wieder gefunden und später am Ende in den "Schwefelgraben" zurückgesetzt. Ein etwas kleineres Exemplar wurde wie schon im letzten Jahr von "Oli" mit der Hand gefangen. Die Groppen und die gefundenen Steinfliegenlarven sowie die große Artenvielfalt im "Schwefelgraben" sind übrigens ein Beweis dafür, dass die Gewässergüte unseres Baches etwa der Güteklasse I-II entsprechen dürfte und damit recht gut ist. Zum Schluss des aufregenden Vormittags konnten alle Kinder eine Urkunde mit nach Hause nehmen, in der ihnen bestätigt wurde, dass sie im Ökomobil unter Anleitung die Natur selbstständig erforscht haben.

Im Schwefelgraben

Auf der Suche nach kleinen Bewohnern des Mühlhauser "Schwefelgrabens"

Bilder vom Besuch des Oekomobils in Mühlhausen gibt es auch in der Fotogalerie des Südkuriers.

BUND / Reinhard Ebeling