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Unser Saubach – ein wichtiger Lebensraum

Begrüßung
Begrüßung der jungen Naturforscher durch Klaus Goldmann und Frederike Breuer im neuen Ökomobil

Bereits seit acht Jahren kommt das Ökomobil auf Initiative der örtlichen BUND-Gruppe aus Freiburg zu unserem Kinder-Ferienprogramm nach Mühlhausen-Ehingen. Viermal davon mit dem Biologen Klaus Goldmann, diesmal verstärkt durch Frederike Breuer, die vor ihrem Studium beim Regierungspräsidium ein Ökologisches Jahr ableistet. Das Wetter war prächtig, als das Ökomobil pünktlich um 10 Uhr am Kinderspielplatz im Baugebiet "Ried" parkte. Und 13 wartende Kinder waren wie immer gespannt, was wohl diesmal aus unseren Bächen zu Tage kommen würde. Und es gab Überraschungen: Zum einen konnte Klaus Goldmann den Kindern stolz sein neues "fahrendes Naturschutzlabor" zeigen, da das alte Ökomobil nach 190.000 Fahrkilometern im März ausrangiert worden war. Neben den höhenverstellbaren Arbeitstischen fiel besonders die hervorragende Bildqualität der neuen Vergrößerungsanlage auf, mit der die winzigsten Wasserbewohner auf einen großen Flachbildschirm den Kindern nahe gebracht werden konnten. Nach dem Motto "Wir machen unser Fernsehprogramm selber", konnten die jungen Forscher diesmal das Schlüpfen einer Eintagsfliege im Detail verfolgen. Dazu gab es Informationen von Klaus Goldmann. So, dass die Eintagsfliege nur ein bis drei, selten auch fünf Tage lebt und dann verhungert, da sie nicht fressen und nur von einem kleinen Fettpolster am Hinterleib zehren kann. In dieser Zeit muss sie sich paaren, ihre Eier im Wasser ablegen und so für Nachwuchs sorgen.

Suche nach Saubachbewohnern
Mit Sieben und Schüsseln bewaffnet beginnt die Suche nach den kleinen Saubach-Bewohnern

Vorher mussten aber die kleinen Lebewesen von den Kindern im Wasser mit feinen Sieben gefangen und ihre Identität bestimmt werden. Dies geschah aber nicht im "Schwefelgraben", weil dieser ein Tag davor ausgebaggert worden war und sich erst wieder Pflanzenbewuchs bilden muss, in dem sich die Kleinlebwesen verstecken können. Deshalb ging es erstmals in den "Saubach". Die größeren Kinder stiegen an der neuen Brücke, die kleineren an einer flacheren Uferstelle ins Wasser und suchten unter Steinen und zwischen Wasserpflanzen nach allen was "kreucht und fleucht". Und nach kurzer Zeit konnten zahlreiche Glasschälchen mit den verschiedensten Bachbewohnern gefüllt und mit Hilfe von Stereolupen im Ökomobil identifiziert werden. So fanden die Kinder Larven von Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Steinfliegen und Zugmücken sowie Wassermilben und Schneckenegel. Ein Zeichen, was für ein wichtiger Lebensraum unsere Bäche darstellen – wenn sie gesund sind. Natürlich durften auch diesmal wieder einige Groppen nicht fehlen, die von kleinen Wassertieren leben und deshalb separat in größere Schüsseln gehalten werden mussten. Darunter war diesmal sogar ein ausgewachsenes Exemplar von etwa 100 Millimeter Länge. Die mit ihrer Tarnfarbe auf dem Bachgrund kaum erkennbaren kleinen Räuber stehen unter Naturschutz, da sie in anderen Gegenden Deutschlands kaum noch vorkommen. Sie und alle anderen Fundtierchen wurden am Ende des spannenden Vormittags von den Kindern wieder in ihr Element entlassen.

BUND Mühlhausen-Ehingen / Reinhard Ebeling


Den Pressebericht des Südkurier finden Sie hier