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Südkurier 22.08.2012:
Kinder lüften Geheimnisse des Schwefelgrabens

Biologieunterricht zum Anfassen erleben 16 Mädchen und Jungen beim Ferienprogramm mit der BUND-Gruppe

Kinder im Ökomobil´
Ganz bei der sache waren Silas Schmidt, Jonas Schmidt und Manuel Kempter (von links): Im Ferienprogramm der BUND-Gruppe Mühlhausen-Ehingen machte das Ökomobil am Schwefelgraben in Mühlhausen Station. Bild: Christel Rossner

Wie viele unterschiedliche Kleinstwassertiere sich im Schwefelgraben tummeln, hätten die jungen Teilnehmer nicht gedacht. In den Sieben war auf den ersten Blick oft kaum zu erkennen, was sie da aus dem seichten Gewässer gefischt hatten. 16 Kinder von sieben bis elf Jahren gingen im Ferienprogramm der BUND-Gruppe Mühlhausen-Ehingen im Ökomobil des Regierungspräsidiums den Bewohnern des Schwefelgrabens auf die Spur.

Richtig spannend wurde es im Anschluss beim Sichten des Fangs. In den Wasserschüsseln schwammen Kleinstfische, Käfer und Kriechtiere. Ein besonderer Fang war eine Groppe von fast zehn Zentimetern. Die sei auch sehr schwer zu fangen gewesen: „Wir mussten mit dem Sieb im Schlamm rumwühlen“, erzählte Jonas Schmidt. Einen kleinen Frosch hätten sie nach dem Fang aber wieder freilassen müssen, fand Jonas Gerth das ganz in Ordnung.

„Ich habe einen Wurm“ oder „Meins sieht aus wie ein kleiner Skorpion“ waren alle interessiert dabei. Der Blick durch die Mikroskope brachte noch mehr Überraschungen. Die winzigen Schwefelgrabenbewohner flitzten aufgeregt durch die Glasschalen und sahen in der Vergrößerung schon beängstigend aus. „Puh, man sieht alle Einzelteile, das sieht ja gefährlich aus“ oder „Das ist irgendwas Geheimnisvolles“, waren die Kommentare.

Die Köcherfliege sah eher wie eine Raupe aus und war als Fliege kaum zu erkennen. Niclas Lioi hatte ganz genau hingeschaut: „Die reckt nur den Kopf aus dem Panzer, der Köcher ist aus vielen kleinen Steinen zusammengebaut.“ Biologe Klaus Goldmann erklärte ihnen, dass die Larve zum Schluss an die Wasseroberfläche kommt, sich am Ufer oder Pflanzen festkrallt und das geflügelte Insekt aus der Puppenhaut schlüpft.

Die jungen Teilnehmer waren mit ganzer Aufmerksamkeit dabei, für sie war es ein Biologie-Unterricht zum Anfassen. Unbeschadet und mit großer Vorsicht brachten die jungen Forscher ihren Fang zum Abschluss wieder zurück in die Freiheit im Schwefelgraben.