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Die
BUND-Gruppen Engen und Mühlhausen-Ehingen
Die Gründungsversammlung Ortsgruppe Engen des Bundes für
Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) fand im Juli 1984 in
der "Hexenstube" in Engen statt. Kurz darauf bildete sich auch in
der Nachbargemeinde Mühlhausen-Ehingen eine Kontaktgruppe des
BUND. Rasch schlossen sich die beiden Gruppen zu einer gemeinsamen
Aktionsgruppe zusammen. Ziel der Gruppe ist es, auf den beiden Gemarkungen
als "Anwalt der Natur" die Interessen des Natur- und Umweltschutzes
zu vertreten und aktive Naturschutzarbeit zu leisten. Darüber
hinaus unterstützt die BUND-Gruppe den Landesverband bei Stellungnahmen
nach § 29 des Naturschutzgesetzes.
Hier einige Beispiele aus der Arbeit der Gruppe:
- Besonders in den ersten Jahren ihres Bestehens lag ein Schwerpunkt
der Gruppe auf der Aufklärungsarbeit. Mit Vortragsveranstaltungen,
Ausstellungen, Exkursionen und Presseberichten wurde
versucht Verständnis für ökologische Zusammenhänge
zu wecken. Naturerlebnis -Veranstaltungen für Kinder
und Erwachsene werden von den BUND-Gruppen in unregelmäßigen
Abständen angeboten. Im Jahre 2000 veranstalteten die
BUND-Gruppen Engen und Mühlhausen-Ehingen z.B. den
Naturerlebnistag im Rahmen des Programmes "Natur
statt Glotze" der
regionalen BUND-Gruppen.
Gerade in den Anfangsjahren waren wir auf fachkundige
Hilfe angewiesen. Sie wurde uns damals in besodnerem
Maße durch Hermann Fix und Albert
Meichle zuteil.
- Gleichzeitig wurde den Bürgern Möglichkeiten geboten,
aktiv zu werden. Lange bevor Mülltrennung zur Selbstverständlichkeit
wurde, richteten die BUND-Gruppen im Jahre 1985 eine Aluminiumsammelstelle
ein, die schnell und intensiv angenommen wurde.
- Aus eigener Tasche finanzierten die Mitglieder der ersten Stunde
im Jahre 1986 bereits Sickerwasseruntersuchungen der alten
Mülldeponie beim Siechenbrunnen, die einiges Aufsehen erregten,
aber leider nie zu konkreten Sanierungsmaßnahmen führten.
Neuerliche Untersuchungen eines Instituts für Altlastenerkundung
haben gezeigt, daß die damalige Besorgnis durchaus berechtigt
war und für neue Unruhe gesorgt.
- Von 1985 bis 2000 betreuten die BUND-Gruppen alljährlich
einen Amphibienschutzzaun an der K6126 zwischen Welschingen
und Binningen. Mit der Stillegung der Kiesgrube fielen die
Laichgewässer
jedoch trocken. Die Errichtung von Ersatzgewässern zur
Umsiedelung der Amphibien wurde vom Landratsamt Konstanz leider
nur halbherzig durchgeführt
und nie vollendet. Im Jahre 2001 mussten die BUND Gruppen
die Massnahme
wegen stark rückläufiger Amphibienzahlen und nicht
mehr ausreichender Laichgewässer einstellen.
- Weiterhin präsentierten die BUND-Gruppen den zuständigen
Behörden und Gremien Anregungen zur Verbesserung der Umweltsituation
in der Gemeinde. Dazu gehörten die Anregung eines Sonntagsfahrverbotes
für PKW auf Wirtschaftswegen, um diese für Spaziergänger
und Radfahrer attraktiver zu machen. Mit einem konkreten Trassenvorschlag
leiteten die BUND-Gruppen schließlich auch die Verwirklichung
eines Radweges zwischen Engen und seinem bevölkerungsreichsten
Ortsteil Welschingen ein.
- Pflegemaßnahmen in den Naturschutzgebieten Schoren,
Eichenäcker, Steinerner Löw gehören zu den immer
wiederkehrenden Aufgaben der BUND-Gruppen. Für den Haugraben
in Mühlhausen haben die BUND-Gruppen eine Bachpatenschaft
übernommen.
- Die Einrichtung von Sitzstangen für Greifvögel
in den ausgeräumten, landwirtschaftlich genutzten Gebieten
der Umgebung fand durch eine Reportage des Südwestfunks überregionale
Beachtung.
- Viele weitere Aktivitäten erfordern von den BUND-Gruppen
einen langen Atem. So kämpfen die Gruppen seit 1989 gegen
die Verwendung von Bleischrot auf der Tontaubenschießanlage
"Dornsberg", die im Trinkwasserschutzgebiet der Stadt Singen
liegt. Dabei werden die Umweltschützer aus Engen inzwischen
sogar vom Umweltministerium Stuttgart unterstützt. Dennoch
ließ sich das Landratsamt Konstanz bisher nicht dazu bewegen,
den Schützen die weniger bodenbelastenden Weicheisenschrote
zur Auflage zu machen.
- Weitere "Dauerbrenner" sind der Kampf gegen die Pestizidspritzungen
der Bahn im Wasserschutzgebiet des Brunnens "Brächle" und
gegen einen drohenden Kiesabbau im Ertenhag bei Welschingen. Die
BUND-Gruppen Engen und Mühlhausen-Ehingen gehörten 1991
mit zu den Gründern der Bürgerinitiative "Ertenhag".
- Die Arbeit der BUND-Gruppe Engen wurde übrigens in dem
1991 in der Beck'schen Reihe erschienenen Taschenbuch "Anwälte
der Natur" ausführlich gewürdigt. Darin ist der
Gruppe ein eigenes Kapitel gewidmet.
- In den Jahren 1994-1996 haben die BUND-Gruppen Engen und Mühlhausen
Ehingen beim städtischen Krankenhaus in Engen einen Kräutergarten
nach altem Vorbild angelegt. Die Finanzierung trägt der Förderverein
des Krankenhauses. Der Garten soll Patienten des Krankenhauses
sowie Bewohnern des Altenheimes Freude bereiten und jedermann
Informationen und Anregungen für die eigene Gartengestaltung
geben. Leider mußte der Garten im Jahre 2002 der Errichtung
eine Altenheimes weichen!
- 1996 kam die Anregung für die Nutzung der Windkraft
auf der Stettener Höhe bei Engen von einem Mitglied der
BUND Gruppe Engen. Doch die Bedenken von Stadt und Kreis gegen
die Errichtung einer solchen Anlage im Landschaftsschutzgebiet
verhinderte eine Realisierung. Doch nur wenigen Meter entfernt,
jenseits der Kreisgrenze wurde die Idee aufgegriffen und inzwischen
drehen sich bereits die ersten Windräder und erzeugen umweltfreundlich
regenerative Energie.
- Seit Dezember 1997 bot Ulrich Graf von der BUND Gruppe Engen
jahrelang eine regelmäßige Umweltberatung für jedermann
an.
- Im Jahre 2002 beteilgte sich die BUND-Gruppe mit einer Einlage
von € 2500,-- an dem von der Fa. Solarcomplex errichteten
Solardach auf dem katholischen Gemeidezentrum in Engen.
- In den Jahren 2001 und 2002 engagierte sich die BUND-Gruppe
mit einem Aktionsstand auf dem Weihnachtachtsmarkt und einem Informationsabend
gegen die Einrichtung eines Atommülllagers im nahegelegenen
schweizer Ort Benken.
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